Orchideenparadies Hvozdanska louka

Einen einzigartigen Ausflug für alle Naturschützer und vor allem Orchideenliebhaber haben die Kreisgruppen Cham und Schwandorf Ende Mai ihren Mitgliedern angeboten – eine Exkursion zum Naturdenkmal „Hvozdanska louka“ im Naturpark Cesky les - Böhmerwald. Am Grenzübergang Höll wurden die rund 30 Interessierten vom Herrn Ing. Petr Smutny vom Naturpark erwartet, der sie dann zum Orchideenparadies führte. Die Wiese mit einer Fläche von 6,75 ha wurde 1992 als Naturdenkmal ausgewiesen. Sie stellt mit ihren 241 nachgewiesenen Pflanzenarten eine besonders artenreiche Fläche dar. Diese Vielfalt sei dem besonderen basischen Untergrund zu verdanken, so Smutny. Viele gefährdete Pflanzenarten wie z.B. der kritisch bedrohte Raue Kranzenzian, der nur noch an einigen wenigen Standorten überlebt, die Echte Mondraute, das Brand-Knabenkraut oder die Niedrige Schwarzwurzel kann man hier finden. Die Teilnehmer konnten neben einer Fülle an Breitblättrigem Knabenkraut auch das seltene Kleine Knabenkraut bewundern. Die Wiese besteht aus trockeneren und feuchteren, stellenweise moorigen Teilen. Auch der Lungenenzian ist hier zu finden, der unabdinglich für den Lungenenzian-Ameisenbläuling ist. Diese Schmetterlingsart legt ihre Eier in die Blüten der Pflanze, die geschlüpften Larven fallen dann raus, werden von Ameisen adoptiert und in ihr Nest getragen, wo sie überwintern. Hvozdanska louka ist einer der letzten Plätze, wo man diese extrem seltene Schmetterlingsart in Tschechien noch finden kann. Herr Smutny hat neben der Geschichte der Ausweisung auch die Pflege dieses besonderen Biotops erläutert. Ins Management-Konzept gehört sowohl maschinelles Mähen wie auch Mähen per Hand, Schafsbeweidung und ein Teil mit dem Kreuzenzianvorkommen bleibt sogar ungemäht, um die Entwicklung der Schmetterlingslarven zu gewährleisten. Als größte Gefährdung für diese einmalige Fläche gibt Ing. Smutny den Dünge- und Nährstoffeintrag vom oberhalb liegenden Maisfeld an. Es wurde schon ein 10m breites Pufferstreifen mit dem Landwirt vereinbart, um die Wiese zu schützen. Der Traum der tschechischen Naturschützer wäre die Umwandlung des Feldes in eine Weide. Für das leibliche Wohl wurde ebenfalls gesorgt – alle Teilnehmer wurden vom Ing. Smutny zum Kaffe und hausgemachten Kuchen und Torten in Klenci eingeladen, wo noch lange interessante Gespräche geführt wurden. Das nächste Treffen deutscher und tschechischer Naturschützer ist voraussichtlich für kommenden Herbst geplant.