Stellungnahme des BN zum Dioxin im Tierfutter

Der Dioxin-Skandal stellt für die mögliche Gefährdung der Verbrauchergesundheit nur die

Spitze eines Eisbergs dar. Es handelt sich hier um das Fehlverhalten eines Betriebes (Futtermittel-Herstellers), das man auch bei verschärften Kontrollen in Zukunft nie ganz ausschließen kann. Spätestens in einigen Wochen hat sich die Aufregung wieder gelegt und die Verbraucher kehren zum gewohnten Einkaufsverhalten zurück.

Viel bedenklicher hingegen ist die ganz normale, zulässige – weil unterhalb der zur Zeit geltenden Grenzwerte gelegene – Belastung unserer Nahrungsmittel.

Beispiel Glyphosat:

In Argentinien machen Missbildungen bei Neugeborenen Schlagzeilen in Regionen wo genmanipulierte Rundup-Ready-Sojabohnen angebaut werden  - mehrere hunderttausend Tonnen davon landen jährlich in deutschen Futtertrögen. In Tier-Versuchen argentinischer Forscher traten Missbildungen schon bei Konzentrationen von 2 mg Glyphosat (Wirkstoff im Herbizid Roundup) je kg Nahrungsmittel auf – die EU erlaubt in Sojabohnen bis zu 20 mg/kg!

Es wäre jedoch der falsche Weg den Landwirten hierfür den „Schwarzen Peter“ zuzuschieben, die bei zunehmendem Preisdruck ums Überleben kämpfen, was sich natürlich auch auf den Futtermitteleinkauf auswirkt. Andererseits so weiter zu machen wie bisher ist zumindest ebenso falsch, zumal es Alternativen gibt hier etwas zu ändern – zum Vorteil von Bauern und Verbrauchern.

Beispiel „Die faire Milch“:

Das Konzept der in Freising ansässigen Milchvermarktung Süddeutschland (MVS) verspricht Fairness im Milchhandel gegenüber dem Erzeuger, dem Verbraucher und der Natur. So wird unter anderem auf gentechnisch verändertes Kraftfutter aus Übersee verzichtet und die Bauern erhalten für ihre Leistungen zum Vorteil von Verbrauchern und Umwelt einen das Überleben sichernden garantierten Milchpreis von 40 Cent pro Liter. Das Konzept weist erstaunliche Erfolgsdaten auf: Im Januar 2010 startete das Projekt mit einem deutschlandweiten Marktanteil zertifizierter Milch  von 10 %, im November waren es bereits 15 %.

Warum nicht – ähnlich dem Erfolgsmodell „Cluster Holz“ – ein Cluster „tierische Produktion“ im Landkreis Cham, unter Einbeziehung von Erzeugern, Verarbeitern und Verbrauchern? Die einzigen „Leidtragenden“ hierbei wären die großen Agrarkonzerne wie Monsanto, BASF und Co.

Diese treffen sich auf Einladung der Bundesregierung am 22. Februar in Berlin, um zusammen mit den EU-Agrarministern über die zukünftige Landwirtschaftspolitik zu diskutiere. Auch hier können Landwirte und Verbraucher  ein Zeichen setzen gegen die weitere Industrialisierung der Landwirtsschaft und zu der am gleichen Tag stattfindenden Großdemonstration nach Berlin fahren (der BN organisiert hierzu eine Busfahrt, Anmeldung unter 09972/3179).

Wenn wir jedoch weiter machen wie bisher, ist der nächste Skandal bereits vorprogrammiert.

 

 

 

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