Jahresprogramm 2020

Hier finden Sie unser Jahresprogramm 2020 zum Download.

Vortrag Li-Fi statt WLAN an Schulen

Dr. Anagnostis Paraskevopoulos vom Fraunhofer Institut für Nachrichtentechnik ging auf die Möglichkeiten, Grenzen und Kosten der Li-Fi Technologie ein, als gesundheitlich unbedenklicher Alternative zum WLAN.

Demo Wir haben es satt! am 01.02.2020

Am vergangenen Samstag haben sich Verbraucher und Landwirte  aus dem Landkreis Cham auf den Weg nach Berlin gemacht…

Vortrag Wölfe in Bayern

Vor dem Wolf braucht man keine Angst haben, aber Respekt. Markus Martini, Wolfsbeauftragter für die Oberpfalz vom Bayerischen Landesamt für Umwelt, referierte über den aktuellen Stand.

Jahresrückblick 2019

Jahresrückblick 2019 zum Download.

Klimastreik am 29.11.

Klimastreik in Cham am Steinmarkt um 13.30 Uhr!

Es reicht! Klimaschutz jetzt und für alle!

Zusammen mit einer breiten Aktionsgemeinschaft ruft der BN dazu auf, sich am Klimastreik und den Demos zu beteiligen.

Den „großen Wurf” kündigte die Bundesregierung für den Klimaschutz an – doch verabschiedet hat die Große Koalition ein unwirksames und sozial ungerechtes Klima-Päckchen.Wir teilen die Empörung der Schülerinnen und Schüler von Fridays For Future über das klimapolitische Versagen der Bundesregierung. Deshalb unterstützen wir den Aufruf zum weltweiten Klimastreik am Freitag, den 29. November. KonsequenterKlimaschutz erfordert eine grundlegende öko-soziale Wende – und zwar jetzt!Nur wenige Tage bevor sich die Regierungen dieser Welt in Chile zur Weltklima-konferenz treffen und sich der Fortbestand der Großen Koalition auch am Klimaschutz entscheidet, zeigen wir: Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit gehören unteilbar zusammen. Eine sozial-ökologische Wende ist eine riesige Chance für eine gerechtere Gesellschaft – hier und weltweit! Deshalb fordern wir von Bundesregierung und Bundestag: Ein Klimaschutzgesetz, welches das 1,5-Grad-Limit globaler Erhitzung einhält Die soziale Energiewende Klimafreundliches Wohnen für alle Klimafreundlichen und bezahlbaren Verkehr Einen solidarischen Sozialstaat, der auch beim Klimaschutz niemanden zurücklässt Vorhandenen Reichtum und Profite für den ökologisch-sozialen Wandel heranzuziehen.

 

DANKE!

Vielen Dank an alle Unterstützer/innen, die das Volksbegehren zum erfolgreichsten bayerischen Volksbegehren aller Zeiten gemacht haben!

Insektenforscher Dr. Segerer: Wir müssen den Rückgang der Arten stoppen! Bildquelle: eigen
Schwere Zeiten für den Apollofalter Bildquelle: Andreas Segerer

Artenschwund von Insekten

Auf unserer Erde findet ein Artensterben statt, so schnell, dass es Wissenschaftler mit dem Aussterben der Dinosaurier gleichsetzen. Erstmalig in der Erdgeschichte ist allein der Mensch der Verursacher dieser globalen dramatischen Entwicklung. Das muss uns nicht nur Sorge bereiten, sondern wir müssen schleunigst zum Handeln anfangen, zum Wohl von uns selbst und von unseren Kindern und Enkeln. Mit diesen deutlichen Worten beschrieb der Insektenforscher Dr. Andreas Segerer die drastischen Ausmaße des Insektenschwunds und seine Ursachen.

Ausgeflattert - warum sterben unsere Insekten?

Trotz der kurzfristigen Verlegung des Vortrags in den Rathaussaal waren etwa 150 Zuhörer der Einladung des BUND Naturschutz, Kreisgruppe Cham gefolgt. Vorsitzender Robert Kurzmann erinnerte in seiner Begrüßung an das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ als eine Möglichkeit, wie jeder einzelne etwas für den Insektenschutz tun kann. „Das Insektensterben ist keine Einbildung!“, so begann Dr. Segerer, der Leiter der Abteilung für Entomologie, also Insektenforschung, an der Zoologischen Staatssammlung in München ist. Jeder Autofahrer bemerkt in den Sommermonaten, dass fast keine Insekten mehr an der Windschutzscheibe kleben. Trotzdem wird immer wieder versucht, „die harten Fakten der Wissenschaft zu relativieren“; es geht um Milliardenumsätze bei Düngern, Pestiziden oder bei Gewerbesteuern für Gemeinden. Da werden Halbwahrheiten verbreitet, um eigene Interessen zu wahren statt schnellstens gemeinsame, konstruktive Lösungen zu suchen, bedauerte der Wissenschaftler und appellierte an die Zuhörer: Machen Sie sich ein eigenes Bild!

Wie schlimm ist es also mit dem Rückgang der Insekten wirklich?

Erst die so genannte Krefelder Studie rückte das Problem in die öffentliche Wahrnehmung. Mitarbeiter des Krefelder Entomologischen Vereins hatten an insgesamt 63 Standorten in Nordrhein-Westfalen einen Rückgang aller Fluginsekten um 76 Prozent in den letzten 27 Jahren festgestellt – eine schockierende Zahl! In Bayern, das immerhin ein Fünftel der gesamtdeutschen Fläche ausmacht, sieht es auch nicht besser aus. Bei Schmetterlingen, einer sehr artenreiche Gruppe, kann man auf historische Daten zurückgreifen. Diese Zahlen belegen: In den letzten 30 Jahren vor der Jahrtausendwende sind mehr Arten ausgestorben, als in den gesamten 200 Jahren davor. Der Insektenforscher spricht dabei von einer exponentiellen Beschleunigung, also von einer sehr rasanten Abnahme, die dramatische Ausmaße angenommen hat. Schmetterlinge sind Bioindikatoren, sie funktionieren wie ein Fieberthermometer für die Umwelt. Geht es den Schmetterlingen nicht gut, geht es auch vielen anderen Insekten nicht gut. Das Fatale an dieser Entwicklung: Auch Naturschutzgebiete, die „hot spots“ der Artenvielfalt, sind vom massiven Rückgang betroffen! Das musste der gebürtige Regensburger quasi vor der Haustür am Keilberg schmerzlich erfahren. Eine 175 Jahre zurückreichende Datenreihe ergab allein bei den Tagfaltern einen Rückgang der Arten um 39 Prozent. Und in jedem Garten, in dem ein Sommerflieder blüht, lässt sich beobachten: An diesem „Magneten“ für Schmetterlinge finden sich über die Jahre hinweg immer weniger Individuen und Arten ein.

Einen Zuwachs gibt es dennoch, auch wenn das kein Grund zur Freude ist: Die Roten Listen über die vom Aussterben bedrohten Arten werden immer länger. Auf der Roten Liste der Biotope in Deutschland, dazu gehören zum Beispiel Feuchtwiesen, Moore oder Magerrasen, sind sogar zwei Drittel als gefährdet eingestuft. „Die Arten sterben mit ihren Lebensräumen“, brachte Dr. Segerer diesen wichtigen Zusammenhang auf den Punkt. Sich ein eigenes Bild machen – dazu gehört auch, politische Ankündigungen kritisch zu hinterfragen. Den Insektenschwund bis 2020 auf dem Niveau von 2008 zu halten, hört sich erst einmal positiv an. Aber wo ist der Gewinn, wenn das Niveau von 2008 schon ins Bodenlose gefallen ist?

Was gehen mich die Insekten an?

Leider funktioniert es nicht, sich mit einem „Was gehen mich die Insekten an?“ aus der Verantwortung zu stehlen. Denn Insekten sind systemrelevant, heißt: Wenn es den Insekten schlecht geht, haben wir alle ein Problem. Der Biodiversitätsforscher erklärte anhand von vier Punkten, wie tief Insekten mit unserem Leben vernetzt sind.  Zum einen sind 90 Prozent unserer Pflanzenarten und drei Viertel unserer Nutzpflanzen auf Bestäubung angewiesen. Insekten erwirtschaften also einen Nutzen von ca. 153 Milliarden Euro pro Jahr für uns. Oder kurz gesagt: Ohne Biene kein Apfel. Zum anderen würden wir alle nicht wisssen wollen, wie es ohne aasfressende Insekten in unserer Landschaft aussehen und vor allem riechen würde, ganz zu schweigen von Seuchen oder Krankheiten, die sich dann ungehemmt ausbreiten könnten. Weiterhin sind Insekten Futterquelle für ein Milliardenheer von Kleintieren wie Igeln, Vögeln oder Fledermäusen. Wenn die Insekten verschwinden, nehmen auch die Vogelbestände ab, was aktuell ebenfalls von jedem Vogelfreund beobachtet werden kann. Der letzte Punkt betrifft die Funktion der Insekten in den Kreisläufen der Natur. 75 Prozent aller Tiere sind Insekten mit unterschiedlichsten Aufgaben. Der Wissenschaftler zeichnete das Bild einer Hängematte, in der ein Mensch liegt. Je mehr Fäden, also Arten miteinander verwoben sind, desto stabiler ist das System. Gehen zu viele Arten verloren, reißt irgendwann das Netz und es kommt zu einem Dominoeffekt: Eine Art reißt die andere mit sich. Der Mensch macht eine Bruchlandung.

Und was sagt die Politik?

Die Probleme, Ursachen und Folgen sind seit langem hinreichend bekannt. Die Politik reagiert jedoch mit Schweigen, speist die Bevölkerung mit „Peanuts“, also fast wirkungslosen Maßnahmen ab und baut sogar immer höhere Hürden für die Forschung auf, beklagte sich Dr. Segerer. Immer noch geht Profit über Gemeinwohl. Deutschland verbraucht 3,2 mal soviel Ressourcen wie nachwachsen. Papst Franziskus ist da schon viel weiter und sagt in der Enzyklika „Laudato Si“: Dazu haben wir kein Recht! Oder sollte man den Politikern einen Besuch im All verordnen, damit sie die Verletzlichkeit der Erde sehen und sich wie der Astronaut Alexander Gerst bei zukünftigen Kindern und Enkeln entschuldigen, wie zerstörerisch wir mit unserem Planeten umgegangen sind?

Letztendlich wird keiner von uns eine Entwicklung wie auf der Osterinsel Rapa Nui wollen. Wälder, Fischbestände und Boden wurden ausgebeutet und ausgelaugt; durch eine nicht nachhaltige Nutzung haben die Bewohner ihre Insel ökologisch „an die Wand gefahren“. Was folgte, waren Kriege und eine um 80 Prozent geschrumpfte Bevölkerung. Wenn also aus der Politik keine Reaktion kommt, sollten wir selber aktiv werden, um unsere schöne Erde und uns zu erhalten.

Was ist also zu tun?

Am wichtigsten ist es laut Dr. Segerer, unsere Flur wieder insektenfreundlicher zu gestalten. Dazu müssen dringend Dünger und Pestizide in der Landwirtschaft reduziert und der Ökolandbau ausgebaut werden. Und dazu kann jeder einzelne über sein Einkaufsverhalten und einen geringeren Fleischkonsum beitragen. Bäuerliche Kleinbetriebe müssen lebensfähig bleiben. Biotope müssen vernetzt werden, indem Hecken und Wegränder unbearbeitet bleiben. Einen kleinen, aber aktiven und sofort wirksamen Beitrag kann jeder Gartenbesitzer beisteuern: Einheimischen Gehölzen und Wildblumen Raum geben, weniger mähen, Wildwuchs zulassen.

Und schließlich hat es jeder Wahlberechtigte in der Hand, den Insekten und dem Umweltschutz eine Stimme zu verleihen. Aktuell heißt das, sich vom 31.1. bis 13.2. im Rathaus für das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ einzutragen. Mit über 170 Bündnispartnern ist eine noch nie dagewesene Bewegung entstanden. Die Bienen zu retten heißt letztendlich die Kulturlandschaft, damit die Kleinbauern und Ökobetriebe und am Ende uns selbst, unsere Kinder und Enkel zu retten.

Die Ursachen des Insektensterbens:

Seine Anfänge nahm der Insektenschwund mit der industriellen und der Agrarrevolution.

-          Verlust oder Umnutzung ganzer Lebensräume: 52 Prozent der Fläche in Deutschland sind landwirtschaftliche Nutzfläche. Durch die intensive Landwirtschaft werden beispielsweise für Insekten wichtige, artenreiche Blumenwiesen verdrängt. Auch der Flächenfraß vernichtet täglich ca. 13 Hektar in Bayern.

-          Verinselung der Restflächen: In Naturschutzgebieten können zwar seltene Arten erhalten werden, jedoch fehlt ihnen der Austausch mit anderen Individuen. Genetische Verarmung führt zu einem Rückgang der Arten.

-          Überdüngung: Zwei Drittel des Stickstoffs werden von der Landwirtschaft ausgebracht, ein Drittel entsteht aus Stickoxiden von Industrie und Verkehr. Ausdünstungen der Stickstoffverbindungen sorgen für eine überregionale Verbreitung und verteilen sich auch auf Naturschutzgebiete oder Wälder. Das Stickstoffaufkommen ist 20 mal, stellenweise 100 mal so hoch wie im vorindustriellen Vergleich. Mittlerweile übersteigen die Kosten der Wasser- Luft- und Bodenverschmutzung durch Stickstoffeinträge einschließlich der gesundheitlichen Folgen den Nutzen.

-          Überregionale Vergiftung mit Pestiziden: Besonders die Neonikotinoide, die 10.000 mal giftiger als DDT sind, machen den Insekten schwer zu schaffen. Mittlerweile sind sie weltweit in der Umwelt nachweisbar.

Zu diesen vier Ursachen kommen noch der Straßenverkehr und die Lichtverschmutzung als weitere schädigende Faktoren.

Der Wissenschaftler warnte davor, die Landwirte an den Pranger zu stellen, da die Probleme im System wurzeln. Um das Insektensterben zu stoppen, sind eine Agrarwende und eine ökosoziale Marktwirtschaft dringend erforderlich. 


Wir haben es satt!

Am 19.01.2019 haben rund 35.000 Bürgerinnen und Bürger mit vielen Teilnehmern aus der Oberpfalz und Niederbayern, angeführt vom 170 landwirtschaftlichen Gespannen - und damit so viele wie noch nie -  gezeigt: Landwirte und Verbraucher demonstrieren Hand in Hand für eine gerechte Agrarreform und eine klimaschonende Landwirtschaft.

Boden, Wasser, Luft, der Erhalt der Artenvielfalt und eine lebenswerte Welt auch noch für unsere Kinder sind viel zu wertvoll, als das wir weiter Raubbau damit betreiben. Tierwohl und Klimaschutz sind keine lästigen Produktionshindernisse! Wir brauchen bäuerliche regionale Landwirtschaft und nicht noch mehr Agrarkonzerne.

6.10.2018 KG Cham auf der Demo " Mia hams satt"

19.4.2018 Einweihung der neuen Geschäftsstelle

Die Kreisgruppe Cham eröffnet ihre neue Geschäftstelle in der Klostermühle Altemarkt

Aktuelles

26.11.2019 - Klimastreik in Cham am Steinmarkt um 13.30 Uhr! weiter

13.04.2019 - 2019  ist unsere 7. Lockstocksaison. Seit dem Start des Projekts „Wildkatzensprung“ 2012/2013 waren wir jeden Winter auf der Suche nach der Wildkatze. Die Ranzzeit der europäischen...

weiter

13.04.2019 - Mit Schwung in eine neue Amtsperiode! weiter

13.02.2019 - Danke allen, die sich eingetragen haben, danke allen Helfern und Unterstützern! weiter

31.01.2019 - Gemeinsam geht´s am besten! Mitglieder des Imkerbundes, des OGV Bad Kötzting, des BUND Naturschutz und des LBV waren am ersten Tag des Volksbegehrens als Rathauslotsinnen in Bad Kötzting im Einsatz. weiter