BIOTOPE DER KREISGRUPPE CHAM

Die Bund Naturschutz Kreisgruppe Cham setzt sich bereits seit 40 Jahren für den Schutz und Erhalt unserer Heimat ein. In unserem Besitz befinden sich mittlerweile 35 Hektar naturschutzfachlich wertvoller Flächen, die dauerhaft gesichert werden konnten. Als Kreisgruppe, die direkt am Grünen Band Europa liegt, möchten wir einige unserer wertvollsten Grundstücke vorstellen, die gleichzeitig als Stütze und Biotop-trittsteine für das Grüne Band dienen.


Nr.1 – Aukenzell

Fläche: 1,48 ha, in BN Besitz seit 1991
Gesetzlicher Schutzstatus: biotopkartiert
Pflegeziele: Wiederherstellung des Streuwiesencharakters, Erhalt der Magerrasenbereiche, standortgerechter Umbau ders Fichtenbestandes.

Die BN-Fläche bei Aukenzell wurde 1991 erworben. Es handelt sich um eine Naß -und Streuwiesenbrache mit kleinflächigen Magerrasen- und Altgrasfluranteilen. Eine standort- und artgerechte Pflege in den letzten Jahren ermöglichte den Erhalt von so besonderen Arten wie dem gefährdeten Arnika, Fieberklee oder dem breitblättrigen Knabenkraut. Zudem belegen die Nachweise von gefährdeten Schmetterlingsarten wie dem Mädesüß- und braunfleckigen Perlmuttfalter den hohen Wert dieser Fläche für den Artenschutz.

Gefährdete Arten

Fauna: gefährdete Schmetterlingsarten wie Mädesüß- und braunfleckiger Perlmuttfalter, Baldrian-Schreckenfalter, Grünwidderchen
Flora:
Arnika, Fieberklee, Breitblättriges Knabenkraut, Wollgras


Nr.2 – Arracher Moor

Fläche: 0,98 ha, in BN Besitz seit 2013
Gesetzlicher Schutzstatus: biotopkartiert
Pflegeziele: Erhalt des Hochmoors, standortgerechter Umbau des Fichtenbestandes

Diese Fläche wurde erst im Frühjahr 2013 angekauft. Sie grenzt direkt an das 1995 ausgewiesene Naturschutzgebiet „NSG Arracher Moor” und ist ökologisch und naturschutzfachlich genauso hochwertig. Auch ein kleiner Quellbereich liegt in dieser Fläche. In nächster Zeit sollen als weiterführende Pflegemaßnahmen standortfremde Gehölze entfernt und der Wasserhaushalt des Moores verbessert und gesichert werden. So konnte durch diesen Ankauf der Rest des Moores vor Bebauung und damit der sicheren Zerstörung bewahrt werden.

Gefährdete Arten

Fauna: Kreuzotter, Smaragdlibellen, gefährdete Schmetterlingsarten wie Mädesüß- und braunfleckiger Perlmuttfalter, Grünwidderchen
Flora: geflecktes Knabenkraut, Moosbeere, Sonnentau, scheidiges Wollgras


Nr.3 und 4– Beucherling und Dürnberg

Fläche: 1,08 ha und 1,02 ha, in BN Besitz seit 2000 und 1989
Gesetzlicher Schutzstatus: teilweise biotopkartiert
Pflegeziele:
Beucherling: Erhalt des Teiches mit Flachwasserzonen als Amphibienlaichgewässer
Dürnberg: Verhinderung der Verbuschung, Erhalt der Magerrasenrelikte im Ostteil.

Im Jahr 2000 wurde die aufgelassenen Teichanlage in Beucherling mit dem Hauptziel erworben, die Wasserflächen mit ausgedehnten Flachwasserzonen als Laichplätze der Amphibien zu erhalten.
Die angrenzende Feuchtwiese bietet u.a. dem gefährdeten Mädesüß-Perlmuttfalter sehr gute Entwicklungsbereiche.
Seit 1989 werden die Flächen bei Dürnberg naturschutzfachlich gepflegt. Die regelmäßige Pflege kommt nicht nur den gefährdeten Pflanzenarten wie Arnika und Waldläusekraut zu Gute, sondern unterstützt auch die dortige artenreiche Libellen- und Amphibienfauna.

Gefährdete Arten

Fauna: Amphibien wie Teichmolch, Grasfrosch, Libellen - z.B. braune Mosaikjungfer, Heidelibellen
Flora: Arnika, Waldläusekraut, Sumpfblutauge, Fieberklee, Blutwurz


Nr.5 - Holderbach

Fläche: 1,15 ha, in BN Besitz seit 2006
Gesetzlicher Schutzstatus: teilweise biotopkartiert
Pflegeziele: Aufzeigen einer möglichen Koexistenz von Bibern und Landwirten

Seit der Jahrtausendwende hat sich die Population der Biber im Landkreis positiv entwickelt und deren Tätigkeit ist stärker in den Vordergrund getreten. Da diese Tatschae nicht nur Zustimmung fand und die Konflikte zwischen dem Baumeister und den Landwirten zunahmen, sah es die Kreisgruppe als ihre Pflicht, mit gutem Beispiel voranzugehen. Wir erwarben die Fläche, die regelmäßig durch die dort angesiededelte Biberfamilie überflutet wurde. In enger Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde und der staatlichen Berufsschule Cham wurde ein Pilotprojekt gestartet, in dem durch geeignete Gestaltungsmaßnahmen und Geländemodellierungen ein Biberbiotop in engster Nachbarschaft zu landwirtschaftlich genutzten Flächen entstanden ist. Durch die Sicherung des Bibervorkommens entstand ein See, der vielen Arten Lebensraum und Möglichkeiten zur Nahrungssuche bietet und die ganze Umgebung positiv beeinflusst.

Gefährdete Arten

Fauna: Biber, Eisvogel, Schwarzspecht, Blauflügel-Prachtlibelle, Sumpfschrecke, Warzenbeisser, Schwalbenschwanz


Nr.6 und 7 - Radlinger Moor und Buigen

Fläche: 1,49 ha und 0,54 ha, 1n BN Besitz seit 1979 und 1981
Gesetzlicher Schutzstatus: ND, teils biotopkartiert
Pflegeziele
Radlinger Moor: Erhalt des Moorkoplexes als Lbensraum seltener Pflanzengesellschaften und Sicherung der Wasserversorgung der Verlandungs- und Moorbereiche dieses Naturdenkmals
Buigen: Erhalt der ursprünglichen Pflanzengesellschaften

Radlinger Moor: Diese Teilfläche wurde bereits im Jahr 1979 durch den Bund Naturschutz erworben und so sichergestellt. Ein Jahr später wurde die Verordnung über das Naturdenkmal „Radlinger Moor” zum Schutz der für Bayern und den Naturraum seltenen Pflanzengesellschaften und Tierarten erlassen.
Buigen: Hier handelt es sich um ein Altwasser des Regens südlich von Roding. Die Naßwiesenbereiche stellen ein Refugium für viele Arten dar und bilden eine Pufferzone vor der intensiven Landnutzung.

Gefährdete Arten

Radlinger Moor: Fadenbinse,  weichhaariger Pippau, Fieberklee, niedrige Schwarzwurzel
Buigen: Schlangenwurz, Sumpfblutauge, Sumpfschrecke


Nr.8 - Rötelseeweiher

Fläche: 13 ha, in BN Besitz seit 1978
Gesetzlicher Schutzstatus: NSG, biotopkartiert
Pflegeziele
Erhalt ders Streuwiesencharakters und Optimierung des Lebensraumes gefährdeter Pflanzen- und Tierarten durch eine späte Mahd


Sehr früh hat der BN den hohen Wert dieses Gebietes erkannt und bereits 1978 eine 11 ha große Wiese mit gefährdeten Orchideenarten und einer besonderen Schmetterlings-, Heuschrecken- und Avifauna angekauft, um sie für die Zukunft zu sichern. Es handelte sich um den ersten Biotoperwerb der Kreisgruppe und heute ist die Wiese Teil des größten Naturschutzgebietes Oberpfalz – „NSG Regentalaue”. Die Pflegemaßnahmen sind auf Förderung geschützter Orchideenarten abgestimmt in Verbindung mit einem Mahdregime für die hier vorkommenden, geschützten Wiesenknopfameisenbläulinge.

Gefährdete Arten

Fauna: geflecktes Knabenkraut, Sumpf-Herzblatt, niedrige Schwarzwurzel
Flora: Uferschnepfe, Wachtelkönig, Braunkehlchen, Wiesenpieper
Heller und dunkler Wiesenknopfameisenbläuling, Sumpfschrecke, Mädesüß-Perlmuttfalter, Grünwidderchen



Nr.9 - Schönferchen

Fläche: 7,83 ha, in BN Besitz seit 1993
Gesetzlicher Schutzstatus: NATURA 2000 Gebiet, teilweise biotopkartiert.
Pflegeziele
Erhalt und Entwicklung offener Sandmagerrasen, Entfernung von Neophyten, Entwicklung einer Magerwiese, Optimierung des Stillgewässers, Neuschaffung von Flachwassertümpeln und Förderung einer ungestörten Weiterentwicklung des Auwalds.

Die Flächen sind Teil des FFH-Gebietes „Sandgrube bei Schachendorf”. Es handelt sich um ein mannigfaltiges Mosaik aus verschiedenen Lebensräumen. So findet sich ein teils gut ausgeprägter Auwald, ein lichter Kiefernwald und im Osten grenzt eine Feuchtwiese an. Zu den wichtigsten Bereichen gehört der Silbergrasrasen mit dem kleinen Teich im Nordteil. Hier konzentrieren sich zur Zeit auch die Pflegemaßnahmen mit dem Ziel, den offenen Charakter zu bewahren und das Wachstum des Silbergrases zu fördern. 2008 wurde dafür ein Pflege- und Entwicklungsplan erstellt.

Gefährdete Arten

Flora: Silbergras, Berg-Sandglöckchen, kleines Filzkraut
Fauna: Biber, Knoblauchkröte, Maulwurfsgrille, Sumpfschrecke, Südlicher Blaupfeil


Nr.10 - Tappmühle

Fläche: 4,90 ha, in BN Besitz seit 1979 und 2009
Gesetzlicher Schutzstatus: teilweise biotopkartiert
Pflegeziele
Wiederherstellung des Streuwiesencharakters und Förderung der Bekassine, Habitatoptimierung für die Rohrweihe, Schaffung eines Schwarzstorchnahrungshabitats, Optimierung der Wasserfläche für Amphibien und Libellen.

Die Grundstücke der Tappmühle bilden einen ausgedehnten Komplex aus Nasswiesen, Hochstaudenbeständen, Großseggenrieden und Extensivwiesen. Die Mannigfaltigkeit dieses Lebensraumes wird durch den Tappmühler Weiher abgerundet. Dieser wurde im Jahr 2010 mit dem Ziel saniert, den Damm bibersicher zu gestalten und gleichzeitig Flachwasserzonen als Amphibienlaichhabitat und Lebensraum für Libellen zu schaffen. Drei zustzliche Kultursprengungen erhöhen die Attraktivität dieses Gebietes für ablaichende Lurche. Die extensive Bewirtschaftung der wertvollen Hangflächen kommt dem Hellen und dem Dunklen Wiesenknopfameisenbläuling zu Gute.

Gefährdete Arten

Fauna: Bekassine, Rohrweihe, Schwarzstorch, Wachtelkönig, Großer Brachvogel, Braunkehlchen, Heller und dunkler Wiesenknopfameisenbläuling, Mädesüß-Perlmuttfalter, Sumpfschrecke, Große Goldschrecke, Kurzflügelige Schwertschrecke