Presseartikel 2026
17.01.2026 „Wir haben es satt“ in Berlin

Ca. 8000 Menschen und Dutzende Traktoren sind am vergangenen Samstag in Berlin auf die Straße gegangen, um gemeinsam für eine Agrarwende hin zu einer umwelt-, tier- und klimafreundlichen Landwirtschaft zu demonstrieren, in der Bäuerinnen und Bauern gut von ihrer Arbeit leben können. Wie jedes Jahr haben sich wieder Biobauern, konventionelle Landwirte sowie Mitglieder der BN-Kreisgruppe Cham auf den Weg nach Berlin gemacht, um sich lautstark zu beteiligen und Haltung zu zeigen.
Die Auftaktkundgebung fand dieses Mal vor dem Brandenburger Tor statt und war auch Endziel des Demonstrationszuges durch die Innenstadt; vorbei am Bundeslandwirtschafts-Ministerium. Dort kam es auch zu einem Treffen zwischen dem BN-Ehrenvorsitzenden Prof. Dr. Hubert Weiger und dem Präsidenten des Bayer. Bauernverbandes, Günther Felßner.
Nachdem die „Wir haben es satt“-Demo 2026 im Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft stattfand kamen auf dem Podium hauptsächlich Frauen zu Wort. Neben Landwirtinnen waren u.a. Sprecherinnen von Brot für die Welt, Greenpeace und BUND vertreten. Verurteilt wurde der agrar- und ernährungspolitische Rückschritt der Bundesregierung: Die Koalition aus Union und SPD hat die Förderung einer besseren Tierhaltung gestrichen und verschleppt die Einführung einer staatlichen Tierhaltungskennzeichnung; Mit dem Verwässern des Düngerechts gefährdet sie den Schutz unseres Trinkwassers; Und sie hat in einer Welt mit mehr als 670 Millionen hungernden Menschen das Geld für die Entwicklungszusammenarbeit gekürzt; Gleichzeitig schaut die Bundesregierung nur zu, wenn in der EU die Deregulierung von Gentechnik und Pestiziden vorangetrieben wird; Sie setzt auf ein „Weiter so“ bei den Fördergeldern der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), statt diese endlich gerechter und ökologischer zu verteilen – so lauteten die Hauptkritikpunkte der Rednerinnen. Die aktuelle Landwirtschaftspolitik bewertete die Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Claudia Gerster, zwischen mangelhaft und ungenügend - im Gegensatz zu Ministerpräsident Söder, der Landwirtschafts-minister Alois Rainer in Seon eine eins plus verlieh. Klimakrise, Höfesterben und Biodiversitätsverlust lassen sich so nicht aufhalten, lautete das Credo.
Sehr zur Freude der Chamer waren Hin- und Rückfahrt mit dem ICE weitgehend pünktlich, alle Anschlüsse konnten erreicht werden. Einig waren sich alle, im nächsten Jahr wieder nach Berlin zu fahren, um für eine zukunftsfähige Landwirtschaft zu demonstrieren.
20.01.2026 Eichhörnchen-App: Insgesamt 404 Eichhörnchen im Landkreis Cham erfasst
Seit fast sechs Jahren sammelt der BUND Naturschutz Daten zu Eichhörnchen. Ziel des Citizen-Science-Projekts ist es, mehr über das Vorkommen der Tiere, ihre Lebensräume, Fellfarben und Gefährdungen zu erfahren und sie dadurch besser zu schützen. Auch im Landkreis Cham beteiligen sich die Bürger*innen fleißig an der Datenerhebung.
Sie gehören zu den beliebtesten Wildtieren in Bayern – und doch wissen wir erstaunlich wenig über ihre tatsächliche Situation: Eichhörnchen. Seit April 2020 sammelt der BUND Naturschutz im Citizen-Science-Projekt „Eichhörnchen in Bayern“ mit der entsprechenden App Beobachtungen aus der Bevölkerung. Jetzt liegt die jährliche Auswertung vor.
Bis Ende November 2025 wurden über 74.000 verwertbare Meldungen mit rund 90.800 Eichhörnchen aus ganz Bayern erfasst. „Diese große Beteiligung zeigt, wie sehr die Menschen ihre Eichhörnchen vor der Haustür wahrnehmen“, erklärt Robert Kurzmann von der BN-Kreisgruppe Cham. Auch regional ist das Engagement hoch: Im Landkreis Cham wurden bislang 404 Eichhörnchen gemeldet.
Die Auswertungen zeigt eine wichtige Besonderheit: Rund 60 Prozent aller Meldungen stammen aus Siedlungsräumen, also aus Gärten, Parks und Wohngebieten. In Wälder und offene Landschaften wurden deutlich weniger Eichhörnchen entdeckt. Hochgerechnet sind bislang nur etwa zwei Prozent der potenziellen Eichhörnchenreviere in Bayern durch Meldungen belegt. „Das bedeutet nicht, dass es dort keine Eichhörnchen gibt, sondern dass wir sie außerhalb unseres Alltagsraums seltener wahrnehmen“, so Kurzmann.
Besonders aufmerksam macht ein weiterer Trend: Seit 2022 sinkt die durchschnittliche Zahl der gemeldeten Eichhörnchen pro Beobachtung, auch 2025 setzte sich dieser Trend fort. Ob sich hier bereits eine Bestandsabnahme andeutet oder sich das Meldeverhalten verändert hat, ist derzeit noch offen – und eine zentrale Frage für die kommenden Jahre.
Ein klares Muster zeigt sich bei den Fellfarben: In Nordwestbayern dominieren rote Eichhörnchen, während in Ost- und Südbayern überwiegend dunkle bis schwarze Tiere vorkommen. Diese Unterschiede spiegeln Landschaft, Höhenlage und Waldtypen wider und bestätigen frühere Annahmen.
Besonders konkret für den Artenschutz sind die Ergebnisse zu Verkehrsopfern. Allein 2025 wurden 476 tote Eichhörnchen gemeldet, rund 60 Prozent davon im direkten Umfeld von Straßen. Gleichzeitig gibt es Hoffnung: In Regensburg und Zirndorf gingen die Totmeldungen im Umfeld von Eichhörnchenseilbrücken deutlich zurück. „Das zeigt, dass gezielte Maßnahmen vor Ort Leben retten können“, betont Kurzmann.
Die beste Zeit, Eichhörnchen zu beobachten, ist jetzt: Im Winter und im zeitigen Frühjahr sind die Tiere ohne Laub besser zu sehen, zudem beginnt die Paarungszeit. Der BUND Naturschutz ruft deshalb dazu auf, weiterhin genau hinzuschauen und Beobachtungen zu melden. Jede Meldung hilft, die Situation der Eichhörnchen in Bayern besser zu verstehen und sie zu schützen.
Weitere Informationen und Mitmachen:
www.bund-naturschutz.de/aktionen/eichhoernchen-beobachten-und-melden
www.bund-naturschutz.de/aktionen/eichhoernchen-beobachten-und-melden/ergebnisse



