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Presseartikel 2026


25.02.2026 Jetzt Nistkästen für Vögel aufhängen – bald starten auch die Hummeln

Der Verlust naturnaher Lebensräume trifft Vögel und Bestäuber auch im Landkreis Cham immer stärker. Mit Nisthilfen und einem naturnahen Garten können Bürgerinnen und Bürger aktiv zum Artenschutz beitragen. 

Auch in Gegenden mit rauerem Klima wie dem Landkreis Cham naht der Frühling. Die Kreisgruppe Cham des BUND Naturschutz ruft daher dazu auf, jetzt im Februar am Haus und im Garten Nistkästen für Vögel aufzuhängen. Viele heimische Arten wie Meisen, Kleiber oder Sperlinge beginnen bereits ab milden Februartagen mit Balz und Reviersuche. Wer die Kästen früh anbringt, gibt den Vögeln Zeit, sich an den Standort zu gewöhnen und sie zur Brutsaison zu nutzen. „Moderne Gebäude und gepflegte Gärten bieten kaum noch natürliche Nistplätze, daher sind Kästen und naturnah gestaltete Gärten eine wichtige Hilfe“, erklärt Robert Kurzmann von der BN-Kreisgruppe Cham. Blühpflanzen, heimische Sträucher, wilde Ecken und der Verzicht auf Pestizide sorgen außerdem dafür, dass Vögel überhaupt genug Nahrung finden.


Auch Hummeln brauchen passende Lebensräume. Die meisten unserer heimischen Hummelarten nisten unterirdisch, beispielsweise in verlassenen Mäusenestern. Ein Hummelnistkasten ahmt solche natürlichen Nester nach. Manche Hummelköniginnen erwachen an milden Tagen oft schon ab Ende Februar und gehen dann zunächst auf Futtersuche. Ihren Nistplatz wählen sie dann ab März in der Nähe von blühenden Pflanzen aus. Sind keine natürlichen Nistplätze vorhanden, sind fertige Hummelhäuser eine gute Alternative. Wer ein Hummelhaus im zeitigen Frühjahr an einem schattigen, trockenen Platz mit freier Anflugbahn aufstellt, erleichtert ihnen den Start in die Saison. „Hummeln bestäuben neben unseren Wild- auch viele Nutzpflanzen. Ohne sie gäbe es deutlich weniger Obst und Gemüse“, betont Kurzmann.

Wichtig ist Geduld: Nicht jedes Hummelhaus wird sofort besiedelt, denn die Tiere wählen ihren Nistplatz sehr gezielt aus. Die Chancen steigen deutlich, wenn der Garten hummelfreundlich gestaltet ist, etwa mit vielen Wildblumen, ungepflegten Ecken und ganz ohne Gifte. Ab 20. März lädt zusätzlich der BN wieder zur Hummel-Challenge ein. Hier werden Hummeln per App ObsIdentify bestimmt und gemeldet, um wertvolle Daten für den Schutz dieser Bestäuber zu sammeln. https://www.bund-naturschutz.de/aktionen/hummel-challenge

Bauanleitungen und weitere Informationen zu Nistkästen und Hummelhäusern: 
https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/tieren-helfen/nistkasten-selber-bauen 
https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/tieren-helfen/hummelhaus-bauen


16.02.2026 Leserbrief von Vorsitzendem Robert Kurzmann zur IHK-Podiumsdiskussion der Landratskandidaten

Stellungnahme zum Beitrag „die Wirtschaft hat Fragen“

Beim Wirtschaftsgespräch der IHK zur Landratswahl hat laut Pressebericht Landratskandidat Multerer (CSU) darauf verwiesen: „dass die Infrastruktur auch deswegen so langsam vorangehe, weil der Bund Naturschutz und Klagen in der Vergangenheit geplante Maßnahmen ausbremsen.“

Der Bund Naturschutz (BN) im Landkreis Cham hat bei der Schieneninfrastruktur schon immer einen Ausbau mit durchgehender Elektrifizierung der Bahnverbindung von Prag nach Nürnberg bzw. München gefordert und vielmehr das Ausbremsen der Bahn durch die 4 CSU-Verkehrsminister seit 2009, bis zur Wahl der „Ampel“-Regierung, kritisiert. Insbesondere die Tatsache, dass Bundesverkehrsminister Ramsauer 2011 die bis dahin vorgenommene Aufteilung der Mauteinnahmen zugunsten von Straße und Schiene beendet hatte und fortan alle Mittel für die Straße verwendet wurden, stieß beim BN auf Ablehnung. Verkehrswissenschaftler Prof. Klühspies von der TH Deggendorf sieht ein grundsätzliches Problem der Verkehrsinfrastruktur im ständigen Ausbau des Straßennetzes mit gleichzeitigem Rückgang und Qualitätsabbau der Bahn und Bahnstrecken. Denn die Instandhaltung der bestehenden Straßen im ländlichen Raum wird nach seiner Aussage in Zukunft kaum mehr zu stemmen sein. So könnten in den kommenden Jahrzehnten ca. 30 % dieser Straßen in Ostbayern für eine vernünftige Verkehrsnutzung wegfallen.

Vor diesem Hintergrund fordert der BN statt dem Neubau einer Trasse durch die schützenswerte Landschaft des Regentals den Ausbau der bestehenden Straße, was einen wesentlich geringeren Flächenverbrauch mit einhergehender Natur- und Landschaftszerstörung sowie eine deutliche Reduzierung der Folgekosten bringen würde. Denn dann müsste auch nur eine Straße betreut und unterhalten werden, was in Zeiten knapper Kassen ein Gebot der Vernunft, wie auch im Sinne der Bayer. Verfassung (BV) wäre.

Der BN setzt sich für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen wie Boden, Wasser und Luft sowie für den Schutz der heimischen Tier- und Pflanzenarten und ihrer notwendigen Lebensräume ein. Was gem. Art. 141 BV auch eine vorrangige Aufgabe von Staat und Gemeinden wäre! 


07.02.2026 Fischfauna im Landkreis Cham

Wie ist es um die Fischfauna im Landkreis Cham bestellt? - Um diese und andere Fragen zu klären hatte der Bund Naturschutz (BN) zu einem Vortrag mit dem Fachberater für Fischerei beim Bezirk Oberpfalz, Dr. Thomas Ring, eingeladen. Das Interesse – vor allem von Seiten der Fischer – war mit mehr als 50 Teilnehmern entsprechend groß. Dem Referenten gelang es in seinem mit vielen informativen Schaubildern unterlegten Vortrag auch nicht fachkundige Teilnehmer in das Monitoring der Fließgewässer im Landkreis einzuführen und für jeden verständlich die Bewertung der „Oberflächenwasserkörper“ darzustellen. Nach seiner Aussage sind das Landesamt für Umwelt und das Institut für Fischerei am Bewertungssystem für den ökologischen Zustand mit beteiligt; wobei auch Wert darauf gelegt wird „fischereiliche Bewirtschafter“ mit einzubeziehen. Die Bewertung findet immer für einen Wasserkörper statt. Hierbei können auch mehrere Bäche zusammengefasst werden, weil nicht alle beprobt werden können. Um den aktuellen Zustand zu ermitteln werden Fische, am Boden lebende Kleintiere (z.B. Muscheln, Schnecken, Insekten), Wasserpflanzen und Algen oder Plankton untersucht und Noten von 1 – 5 vergeben.

Zur Bewertung der Fischfauna wird der Regen 3mal in 6 Jahren befischt, kleinere Gewässer 2mal. Wobei der Referent betonte: „Jedes Gewässer hat seinen eigenen Charakter.“ Als Beispiel hierfür führte er eine Befischung von 4 vergleichbaren Bächen auf 800 m Höhe im Jahr 2017 an. Wo nur zwei davon einen Besatz aufwiesen. Beginnend mit dem kleinen Arbersee stellte Dr. Ring die unterschiedlichen Bewertungen des Regen und seiner Zuflüsse vor, die von „gut“ (2) bei ökologischem Zustand und Fischfauna am weißen Regen bis „unbefriedigend“ (4) für den Wasserkörper Perlinger- und Knöblinger Bach reichten. Als fischereifachlich „heißes Gebiet“ bezeichnete er den Regen bei Laichstätt, dort konnte der im Anhang II der FFH-Richtlinie aufgeführte Steinbeißer nachgewiesen werden. Bei Vorkommen der Flußperlmuschel, wie z.B. im Biberbach bei Treffelstein, findet eine jährliche Überprüfung der Kiemen der als Wirt dienenden Bachforelle statt. Die verschiedenen Entwicklungszyklen der Perlmuschel erläuterte Dr. Ring anhand eines Schaubildes. Nicht gerade förderlich ist hierbei, dass der ökologische Zustand des Biberbachs aktuell als „mäßig“ (3) eingestuft wird.

Als mögliche Ursachen für eine Verschlechterung des ökologischen Zustands des Regen wurde zum Einen die Nährstoffbelastung genannt, die sich laut Referent zu „fifty-fifty“ aufteilt in Landwirtschaft und Kläranlagenabflüsse. Bei Letzterem kann jeder einen Beitrag für weniger Chemieeintrag leisten, betonte dieser. So hat z.B. der Schmerzmittelwirkstoff Diclofenac negative Auswirkungen auf das Aquasystem. „Hier gibt es weniger problematische Alternativen, wie z.B. Ibuprofen“, ergänzte der BN-Kreisvorsitzende. Auch der Klimawandel leistet einen Beitrag, so der Referent: „das Wasser wird weniger“. Andererseits führen zunehmende Starkregenereignisse zu Sedimenteintrag und auch Verschlammung der Laichplätze. Früher übliche Verschattungen der Gewässer durch einen Erlensaum sind weitgehend verschwunden. Statt scharfer Kurven und Kannten sind viele Bäche begradigt, so dass sich diese auf natürliche Weise nicht mehr eingraben und Platz für adulte Fische schaffen können. Einen breiten Raum – insbesondere bei der anschließenden Diskussion – nahm der Einfluss auf die Fischfauna durch neu hinzugekommene Prädatoren wie z.B. Fischotter und Mink ein.

Zum Abschluss wies Kreisvorsitzender Robert Kurzmann auf die nächsten Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem diesjährigen Schwerpunktthema „Wasser“ der Kreisgruppe hin: Am 18.04. wird eine Bio-Aquakultur in Schönsee und am 09.08. die Aufzuchtstation für die Flussperlmuschel im Landkreis besucht.


06.02.2026

06.02.2026 So funktioniert der Ausbau der Windkraft - Mittelbayerische Zeitung 09.02.2026


22.01.2026 Wassertränken jetzt aufstellen

Wenn Pfützen, Teiche und andere natürliche Wasserstellen zufrieren, wird es für Wildvögel und andere Tiere wie Eichhörnchen schwierig, ausreichend Trinkwasser zu finden. Der BUND Naturschutz (BN) ruft deshalb dazu auf, Gärten und Balkone auch im Winter mit Wassertränken auszustatten.

Der Landkreis Cham ist weitgehend von einer festgefrorene Schneedecke bedeckt. Einzelne Stellen mit offenem Boden sind trocken und gefroren, Pfützen, Teiche, Bäche und selbst Flüsse sind zugefroren, so dass die Vögel nirgends Wasser finden. Dann sollte man nicht nur Futterquellen, sondern auch Wassertränken aufstellen. Vor allem Arten, die überwiegend trockene Sämereien fressen, wie beispielsweise Meisen- und Finken, sind besonders auf Wasser angewiesen.”

Fehlt unseren Gartentieren im Winter der Zugang zu offenem Wasser, müssen sie oft weite Strecken zurücklegen oder gezielt nach eisfreien Stellen suchen. Das kostet wertvolle Energie und kann bei Frost schnell lebensgefährlich werden. Schon eine flache Schale mit frischem Wasser reicht häufig aus. Steigen die Temperaturen auch tagsüber nicht über den Gefrierpunkt, sollte öfter Wasser nachgefüllt oder die Schale über einem Teelicht platziert werden. Aufgestellt wird sie an einem gut einsehbaren Ort, damit sich Vögel bei Gefahr schnell in Sicherheit bringen können. Nahegelegene Hecken oder dornenbesetzte Sträucher bieten dabei ideale Rückzugsorte. 

Nicht nur Vögel sind im Winter auf Trinkwasser angewiesen. Auch Eichhörnchen profitieren von offenen Wasserstellen, denn wie viele Vögel gewinnen sie zwar einen Teil des Wassers aus ihrer Nahrung, doch gerade im Winter reichen diese Mengen oft nicht aus. Wassertränken am Boden oder auf niedrigen Mauern werden von ihnen ebenso genutzt wie von anderen Kleinsäugern. Das Wasser sollte täglich gewechselt werden – aus hygienischen Gründen und weil es nachts meist erneut zufriert. Saubere Trinkstellen helfen zudem, die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden.

Übrigens: Offene Wasserstellen werden im Winter nicht nur zum Trinken genutzt. Manche Vögel baden bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, um ihr Gefieder zu reinigen und Parasiten loszuwerden.


20.01.2026 Eichhörnchen-App: Insgesamt 404 Eichhörnchen im Landkreis Cham erfasst

Seit fast sechs Jahren sammelt der BUND Naturschutz Daten zu Eichhörnchen. Ziel des Citizen-Science-Projekts ist es, mehr über das Vorkommen der Tiere, ihre Lebensräume, Fellfarben und Gefährdungen zu erfahren und sie dadurch besser zu schützen. Auch im Landkreis Cham beteiligen sich die Bürger*innen fleißig an der Datenerhebung. 

Sie gehören zu den beliebtesten Wildtieren in Bayern – und doch wissen wir erstaunlich wenig über ihre tatsächliche Situation: Eichhörnchen. Seit April 2020 sammelt der BUND Naturschutz im Citizen-Science-Projekt „Eichhörnchen in Bayern“ mit der entsprechenden App Beobachtungen aus der Bevölkerung. Jetzt liegt die jährliche Auswertung vor.

Bis Ende November 2025 wurden über 74.000 verwertbare Meldungen mit rund 90.800 Eichhörnchen aus ganz Bayern erfasst. „Diese große Beteiligung zeigt, wie sehr die Menschen ihre Eichhörnchen vor der Haustür wahrnehmen“, erklärt Robert Kurzmann von der BN-Kreisgruppe Cham. Auch regional ist das Engagement hoch: Im Landkreis Cham wurden bislang 404 Eichhörnchen gemeldet.

Die Auswertungen zeigt eine wichtige Besonderheit: Rund 60 Prozent aller Meldungen stammen aus Siedlungsräumen, also aus Gärten, Parks und Wohngebieten. In Wälder und offene Landschaften wurden deutlich weniger Eichhörnchen entdeckt. Hochgerechnet sind bislang nur etwa zwei Prozent der potenziellen Eichhörnchenreviere in Bayern durch Meldungen belegt. „Das bedeutet nicht, dass es dort keine Eichhörnchen gibt, sondern dass wir sie außerhalb unseres Alltagsraums seltener wahrnehmen“, so Kurzmann.

Besonders aufmerksam macht ein weiterer Trend: Seit 2022 sinkt die durchschnittliche Zahl der gemeldeten Eichhörnchen pro Beobachtung, auch 2025 setzte sich dieser Trend fort. Ob sich hier bereits eine Bestandsabnahme andeutet oder sich das Meldeverhalten verändert hat, ist derzeit noch offen – und eine zentrale Frage für die kommenden Jahre.

Ein klares Muster zeigt sich bei den Fellfarben: In Nordwestbayern dominieren rote Eichhörnchen, während in Ost- und Südbayern überwiegend dunkle bis schwarze Tiere vorkommen. Diese Unterschiede spiegeln Landschaft, Höhenlage und Waldtypen wider und bestätigen frühere Annahmen.

Besonders konkret für den Artenschutz sind die Ergebnisse zu Verkehrsopfern. Allein 2025 wurden 476 tote Eichhörnchen gemeldet, rund 60 Prozent davon im direkten Umfeld von Straßen. Gleichzeitig gibt es Hoffnung: In Regensburg und Zirndorf gingen die Totmeldungen im Umfeld von Eichhörnchenseilbrücken deutlich zurück. „Das zeigt, dass gezielte Maßnahmen vor Ort Leben retten können“, betont Kurzmann.

Die beste Zeit, Eichhörnchen zu beobachten, ist jetzt: Im Winter und im zeitigen Frühjahr sind die Tiere ohne Laub besser zu sehen, zudem beginnt die Paarungszeit. Der BUND Naturschutz ruft deshalb dazu auf, weiterhin genau hinzuschauen und Beobachtungen zu melden. Jede Meldung hilft, die Situation der Eichhörnchen in Bayern besser zu verstehen und sie zu schützen.

 

Weitere Informationen und Mitmachen:

www.bund-naturschutz.de/aktionen/eichhoernchen-beobachten-und-melden

www.bund-naturschutz.de/aktionen/eichhoernchen-beobachten-und-melden/ergebnisse


17.01.2026 „Wir haben es satt“ in Berlin

Ca. 8000 Menschen und Dutzende Traktoren sind am vergangenen Samstag in Berlin auf die Straße gegangen, um gemeinsam für eine Agrarwende hin zu einer umwelt-, tier- und klimafreundlichen Landwirtschaft zu demonstrieren, in der Bäuerinnen und Bauern gut von ihrer Arbeit leben können. Wie jedes Jahr haben sich wieder Biobauern, konventionelle Landwirte sowie Mitglieder der BN-Kreisgruppe Cham auf den Weg nach Berlin gemacht, um sich lautstark zu beteiligen und Haltung zu zeigen.

Die Auftaktkundgebung fand dieses Mal vor dem Brandenburger Tor statt und war auch Endziel des Demonstrationszuges durch die Innenstadt; vorbei am Bundeslandwirtschafts-Ministerium. Dort kam es auch zu einem Treffen zwischen dem BN-Ehrenvorsitzenden Prof. Dr. Hubert Weiger und dem Präsidenten des Bayer. Bauernverbandes, Günther Felßner.

Nachdem die „Wir haben es satt“-Demo 2026 im Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft stattfand kamen auf dem Podium hauptsächlich Frauen zu Wort. Neben Landwirtinnen waren u.a. Sprecherinnen von Brot für die Welt, Greenpeace und BUND vertreten. Verurteilt wurde der agrar- und ernährungspolitische Rückschritt der Bundesregierung: Die Koalition aus Union und SPD hat die Förderung einer besseren Tierhaltung gestrichen und verschleppt die Einführung einer staatlichen Tierhaltungskennzeichnung; Mit dem Verwässern des Düngerechts gefährdet sie den Schutz unseres Trinkwassers; Und sie hat in einer Welt mit mehr als 670 Millionen hungernden Menschen das Geld für die Entwicklungszusammenarbeit gekürzt; Gleichzeitig schaut die Bundesregierung nur zu, wenn in der EU die Deregulierung von Gentechnik und Pestiziden vorangetrieben wird; Sie setzt auf ein „Weiter so“ bei den Fördergeldern der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), statt diese endlich gerechter und ökologischer zu verteilen – so lauteten die Hauptkritikpunkte der Rednerinnen. Die aktuelle Landwirtschaftspolitik bewertete die Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Claudia Gerster, zwischen mangelhaft und ungenügend - im Gegensatz zu Ministerpräsident Söder, der Landwirtschafts-minister Alois Rainer in Seon eine eins plus verlieh. Klimakrise, Höfesterben und Biodiversitätsverlust lassen sich so nicht aufhalten, lautete das Credo.

Sehr zur Freude der Chamer waren Hin- und Rückfahrt mit dem ICE weitgehend pünktlich, alle Anschlüsse konnten erreicht werden. Einig waren sich alle, im nächsten Jahr wieder nach Berlin zu fahren, um für eine zukunftsfähige Landwirtschaft zu demonstrieren.