Presseartikel 2026
27.03.2026 Gelbbauchunke und Kammmolch kehren zurück


In der stillgelegten Sandgrube in Schachendorf startet der BUND Naturschutz Cham in Kooperation mit dem Naturpark Oberer Bayerischer Wald ein neues Naturschutzprojekt. Die stillgelegte Sandgrube befindet sich im Eigentum des BUND Naturschutz Kreisgruppe Cham, Gemeinde Cham, Gemarkung Schachendorf und wird als FFH-Fläche nachhaltig geschützt und renaturiert. Das langfristige Ziel der Maßnahme ist die Wiederansiedlung zweier europaweit geschützten Amphibienarten: der Gelbbauchunke (Bombina bombina) und des Kammmolchs (Triturus cristatus).
Die Sandgrube weist aufgrund langjähriger Sukzession eine zunehmende Verbuschung der offenen Bereiche auf. Was für viele Landschaften ein Zeichen gesunder Entwicklung ist, bedeutet für spezialisierte Arten den Verlust ihres Lebensraumes. Diese Entwicklung hat den für Gelbbauchunke und Kammmolch erforderlichen Lebensraum stark beeinträchtigt. Beide Arten sind auf sonnenexponierte, vegetationsarme Bereiche sowie auf flache, fischfreie Kleingewässer angewiesen. Zur Vermehrung brauchen sie diese Tümpel als Laichplätze. Auch Versteckmöglichkeiten und geeignete Überwinterungsstandorte werden wieder hergestellt. In ehemaligen Abbaustellen kommen diese Strukturen typischerweise vor, ebenso in Flussauen. Leider sind diese Lebensräume selten geworden. Die gezielten Renaturierungsmaßnahmen und die Wiederherstellung naturnaher Strukturen sollen den Amphibien wieder sicheren Brut- und Überwinterungsraum bieten.
Die Arbeiten wurden im Winter, in der Ruhephase der Amphibien gestartet und sind vor der Laichzeit abgeschlossen worden. Gemeinsam setzen die Projektpartner nun ein klares Zeichen für den Artenschutz: Gehölze werden behutsam entnommen, Rohbodenbereiche wieder freigestellt und die vorhandenen Kleingewässer reaktiviert. Diese Arbeiten sollen die ursprünglichen Bedingungen der Sandgrube wieder zum Leben erwecken. Aus dem stillen Gelände soll erneut ein lebendiger Rückzugsort für bedrohte Amphibien werden.
Die Sandgrube bietet – trotz des fortgeschrittenen Sukzessionsstadiums – ein großes Potenzial für den Amphibienschutz und kann maßgeblich zur Artenvielfalt beitragen. „Die Gelbbauchunke ist ein Symbol für die Natur unserer Region. Sie ist unscheinbar, aber faszinierend. So ist die Bauchunterseite dieser Unke vergleichbar mit dem Fingerabdruck bei uns Menschen. Ihr wieder einen Platz zu geben, ist uns ein Herzensanliegen“ betonen die Biotopbetreuerinnen des BUND Naturschutz Cham. Auch der Naturpark Oberer Bayerischer Wald unterstreicht die Bedeutung des Projekts: „Dieses Projekt zeigt, wie wichtig engagierte Zusammenarbeit für den Erhalt der heimischen Art ist.“
Die Maßnahmen werden in mehreren Etappen umgesetzt und fachlich begleitet. Mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts Cham wird eng zusammengearbeitet und das Vorhaben wird von der Regierung der Oberpfalz im Rahmen eines LNPR-Antrags (Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie) gefördert.
In vielen Regionen ist der Lebensraum vieler Amphibienarten durch Entwässerung, Trockenphasen und Habitatverlust stark eingeschränkt. Mit diesem Kooperationsprojekt soll für die Gelbbauchunke und dem Kammmolch ein wichtigen Beitrag zu Stärkung des regionalen Amphibienschutzes sowie zur Umsetzung der europäischen Richtlinie geleistet werden. Die Rufe der Gelbbauchunke und die stillen nächtlichen Wanderungen des Kammmolchs sollen bald wieder zu unserer Landschaft gehören, so die Hoffnung der Kooperationspartner.
21.03.2026 Heimische Insekten - Faszination Vielfalt
Zu einem Vortrag über Insekten konnte der stellvertretende Vorsitzende des Bundes Naturschutz, Roger Mayer, im Anschluss an die JHV vergangenen Freitag in der Klostermühle Altenmarkt zahlreiche Besucher begrüßen. Der Referent, Ralph Sturm aus Rain bei Straubing, begeisterte sein Publikum mit großartigen Nahaufnahmen von Insekten, wie man sie wohl selten zu sehen bekommt.
Zu Beginn wies Sturm darauf hin, dass die Lebensräume für die Insekten durch das Eingreifen des Menschen in die Natur immer knapper werden. Insekten kommen in allen Erdregionen außer dem Nord- und Südpol vor. Von einer Million Arten, die weltweit bekannt sind, sind 50 % bedroht. Sie sind nicht nur als Bestäuber von Pflanzen von überragender Bedeutung, sondern sind auch als „Superfood“ eine wichtige Nahrungsquelle mit 80 % verwertbarem Protein. Weniger bekannt ist ihre Funktion als „Reinigungspersonal“ der Natur, denn sie zersetzen Kadaver und Kot. Zudem dezimieren sie als Fressfeinde Schädlinge. Die häufig gestellte Frage „wer braucht Staunzen“ beantwortete Sturm so: „Ich weiß nicht. Das sehen wir erst, wenn sie ausgestorben sind“.
Der Aufbau von Insekten ist für alle gleich und denkbar simpel: Sie bestehen aus Kopf – Brust – und Hinterleib. Von dieser einfachen Konstruktion gibt es unzählige Variationen z. B. als Käfer, Schmetterlinge, Bienen, Ameisen, Wespen Fliegen, Mücken, Libellen, Wanzen. Anhand atemberaubender Bilder stellte Sturm die einzelnen Teile vor. Ein wichtiger Bestandteil des Kopfes sind die Facettenaugen, die aus tausend Einzelaugen bestehen und mit dem Gehirn verbunden sind. Die Fühler scannen die Umgebung, vor allem auf mögliche Nahrungsquellen. Mit den Mundwerkzeugen wird die Nahrung beißend, zwickend, stechend oder saugend aufgenommen.
Der Brustteil des Insekts bezeichnete Sturm als „Muskelpaket“ und ist der Teil, den Fressfeinde bevorzugen, weil er sehr nahrhaft ist. Am Brustteil sind die Flügel und die Beine angewachsen. An den Füßen befinden sich Riechorgane, bei den Bienen werden an den Beinen die Pollenhöschen transportiert. Bei Auseinandersetzungen werden die Beine auch zum Kämpfen eingesetzt.
Am Hinterleib befindet sich der Darm, die Atemöffnungen und die Geschlechtsorgane. Weibchen senden von hier Duftstoffe aus, um Männchen anzulocken. Bei wehrhaften Insekten befindet sich auch der Stachel im Hinterleib. Ameisen spritzen von hier aus Ameisensäure als Verteidigung gegen Feinde.
Die Metamorphose bei den Insekten ist die Umwandlung vom Ei über Larvenstadien, Verpuppung mit Kokon zum fertigen Insekt. Dabei sind die Eier, Larven und Puppen sehr gefährdet, Larven vor allem zur Zeit der Häutung. Während der Überwinterung sind Insekten häufig extrem gut getarnt, so dass sie mit bloßem Auge fast nicht zu erkennen sind. Auch hier zeigte Sturm eindrucksvolle Bilder von Tieren, die von Blättern, Zweigen, selbst von Vogelkot kaum zu unterscheiden sind.
Ralph Sturm arbeitet mit vielen Partnern zusammenarbeitet, u. a. der Zoologischen Staatssammlung in München und züchtet auch Insekten. In der Diskussion ging Sturm auf den Einsatz von Chemie ein, durch den das Erbgut geschädigt werden könne, bei Bienen bestehe die Gefahr, dass sie orientierungslos werden. Entscheidend sei, dass der Lebensraum dieser wichtigen Art besser geschützt wird.
Roger Meyer bedankte sich beim Referenten für den eindrucksvollen Vortrag.
Eine Bildergalerie ist aufrufbar unter https://ralphsturm.de/galerie-insekten/
21.03.2026 Rama dama


Cham.- Wetter trocken, Stimmung gut und als Ergebnis einige gefüllte Müllsäcke – die erste Müllsammelaktion des BUND Naturschutz, Kreisgruppe Cham war ein voller Erfolg. In Altenmarkt machten sich aktive Erwachsene und Kinder auf den Weg, fanden Plastikfolien, Flaschen, Papier und jede Menge Zigarettenkippen. „Wenn man ein gutes Vorbild für die Kinder gibt, kann man hoffen, dass sie später selber keinen Müll wegwerfen“, äußerte eine Mutter ihre Motivation. Die fleißigen Helfer stärkten sich nach der Müllsammelaktion mit einer Brotzeit und warmen Tee in der Klostermühle Altenmarkt in dem Bewusstsein, dass sich nun keine Tiere mehr in Plastiknetzen verfangen oder schädlichen Müll fressen können – zumindest auf der Sammelstrecke.
05.03.2026 Frühlingserwachen im Landkreis Cham - Hummel-Challenge
Beobachten, bestimmen, melden: Bei der Hummel-Challenge vom 20. März bis 09. April 2026 können Naturfreunde auch im Landkreis Cham helfen, das Vorkommen heimischer Hummelarten direkt vor der eigenen Haustür zu dokumentieren.
Vom 20. März bis 9. April 2026 ruft der BUND Naturschutz in Bayern gemeinsam mit dem Wildbienen-Monitoring am Thünen-Institut in Braunschweig zur Hummel-Challenge auf. Naturfreunde sind eingeladen, Hummeln zu beobachten, zu fotografieren und per App zu melden. Jede Beobachtung hilft, mehr über die Verbreitung und Vielfalt heimischer Hummelarten zu erfahren und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz.
„Gerade im zeitigen Frühjahr beginnt für Hummeln eine entscheidende Phase. Jungköniginnen, die den Winter in der Erde oder in anderen geschützten Verstecken überdauert haben, erwachen jetzt aus ihrer Winterruhe. Zunächst müssen sie dringend Energie tanken. Ohne ausreichend Pollen und Nektar können sie kein Volk gründen. Erst wenn sie genügend Nahrung gefunden haben, beginnen sie mit der Suche nach einem geeigneten Nistplatz, etwa in verlassenen Mäusenestern oder dichten Graspolstern. Ob eine Königin jetzt erfolgreich ist, entscheidet darüber, ob im Sommer ein ganzes Hummelvolk entsteht“, erklärt Karola Jackisch von der BN-Kreisgruppe Cham.
Besonders Weidenarten wie die Salweide spielen dabei eine zentrale Rolle. Ihre Blüten liefern bereits ab März reichlich Nektar und eiweißreichen Pollen und sind damit eine der wichtigsten Nahrungsquellen für Hummelköniginnen im Frühjahr. Auch Frühblüher wie Krokusse, Märzenbecher, Taubnesseln oder Lungenkraut sind jetzt wertvolle Rastplätze für die pelzigen Bestäuber. Wer an blühenden Weidenkätzchen summende Gäste entdeckt, hat gute Chancen gute Hummelfotos zu schießen. „Blühende Weiden im Frühling sind für Hummelköniginnen so etwas wie ein lebenswichtiges Frühstücksbuffet. Wer eine Weide im Garten oder am Wegesrand stehen lässt, hilft damit direkt einem zukünftigen Hummelvolk“, sagt die Hummelschützerin.
So funktioniert die Teilnahme:Kostenlose App ObsIdentify oder Observation herunterladen, ein Benutzerkonto anlegen, Hummeln fotografieren und die Bilder hochladen. Eine integrierte KI unterstützt bei der Bestimmung der Art. Zusätzlich prüfen Expertinnen und Experten alle Meldungen, um eine hohe Datenqualität sicherzustellen. Die gesammelten Daten fließen in das bundesweite Wildbienen-Monitoring in Agrarlandschaften des Thünen-Instituts ein. So entsteht ein immer genaueres Bild über das aktuelle Vorkommen der Hummelarten in Bayern und ganz Deutschland. Langfristig helfen diese Informationen dabei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und gezielte Schutzmaßnahmen zu entwickeln.
Begleitend zur Aktion lädt der BUND Naturschutz zu einem Hummel-Quiz ein. Wer sein Wissen über die pelzigen Bestäuber testen möchte, kann teilnehmen und mit etwas Glück eines von zehn Hummel-Überraschungspaketen gewinnen. https://helfen.bund-naturschutz.de/hummelchallenge-quiz/
Die Hummel-Challenge ist ein gemeinsames Projekt des BUND Naturschutz in Bayern mit dem Thünen-Institut in Braunschweig und der Plattform Observation.org. Eine zweite Aktionsrunde folgt im Sommer vom 20. Juni bis 3. Juli 2026.
Weitere Informationen zur Teilnahme unter: www.bund-naturschutz.de/aktionen/hummel-challenge
25.02.2026 Jetzt Nistkästen für Vögel aufhängen – bald starten auch die Hummeln
Der Verlust naturnaher Lebensräume trifft Vögel und Bestäuber auch im Landkreis Cham immer stärker. Mit Nisthilfen und einem naturnahen Garten können Bürgerinnen und Bürger aktiv zum Artenschutz beitragen.
Auch in Gegenden mit rauerem Klima wie dem Landkreis Cham naht der Frühling. Die Kreisgruppe Cham des BUND Naturschutz ruft daher dazu auf, jetzt im Februar am Haus und im Garten Nistkästen für Vögel aufzuhängen. Viele heimische Arten wie Meisen, Kleiber oder Sperlinge beginnen bereits ab milden Februartagen mit Balz und Reviersuche. Wer die Kästen früh anbringt, gibt den Vögeln Zeit, sich an den Standort zu gewöhnen und sie zur Brutsaison zu nutzen. „Moderne Gebäude und gepflegte Gärten bieten kaum noch natürliche Nistplätze, daher sind Kästen und naturnah gestaltete Gärten eine wichtige Hilfe“, erklärt Robert Kurzmann von der BN-Kreisgruppe Cham. Blühpflanzen, heimische Sträucher, wilde Ecken und der Verzicht auf Pestizide sorgen außerdem dafür, dass Vögel überhaupt genug Nahrung finden.
Auch Hummeln brauchen passende Lebensräume. Die meisten unserer heimischen Hummelarten nisten unterirdisch, beispielsweise in verlassenen Mäusenestern. Ein Hummelnistkasten ahmt solche natürlichen Nester nach. Manche Hummelköniginnen erwachen an milden Tagen oft schon ab Ende Februar und gehen dann zunächst auf Futtersuche. Ihren Nistplatz wählen sie dann ab März in der Nähe von blühenden Pflanzen aus. Sind keine natürlichen Nistplätze vorhanden, sind fertige Hummelhäuser eine gute Alternative. Wer ein Hummelhaus im zeitigen Frühjahr an einem schattigen, trockenen Platz mit freier Anflugbahn aufstellt, erleichtert ihnen den Start in die Saison. „Hummeln bestäuben neben unseren Wild- auch viele Nutzpflanzen. Ohne sie gäbe es deutlich weniger Obst und Gemüse“, betont Kurzmann.
Wichtig ist Geduld: Nicht jedes Hummelhaus wird sofort besiedelt, denn die Tiere wählen ihren Nistplatz sehr gezielt aus. Die Chancen steigen deutlich, wenn der Garten hummelfreundlich gestaltet ist, etwa mit vielen Wildblumen, ungepflegten Ecken und ganz ohne Gifte. Ab 20. März lädt zusätzlich der BN wieder zur Hummel-Challenge ein. Hier werden Hummeln per App ObsIdentify bestimmt und gemeldet, um wertvolle Daten für den Schutz dieser Bestäuber zu sammeln. https://www.bund-naturschutz.de/aktionen/hummel-challenge
Bauanleitungen und weitere Informationen zu Nistkästen und Hummelhäusern:
https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/tieren-helfen/nistkasten-selber-bauen
https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/tieren-helfen/hummelhaus-bauen
16.02.2026 Leserbrief von Vorsitzendem Robert Kurzmann zur IHK-Podiumsdiskussion der Landratskandidaten
Stellungnahme zum Beitrag „die Wirtschaft hat Fragen“
Beim Wirtschaftsgespräch der IHK zur Landratswahl hat laut Pressebericht Landratskandidat Multerer (CSU) darauf verwiesen: „dass die Infrastruktur auch deswegen so langsam vorangehe, weil der Bund Naturschutz und Klagen in der Vergangenheit geplante Maßnahmen ausbremsen.“
Der Bund Naturschutz (BN) im Landkreis Cham hat bei der Schieneninfrastruktur schon immer einen Ausbau mit durchgehender Elektrifizierung der Bahnverbindung von Prag nach Nürnberg bzw. München gefordert und vielmehr das Ausbremsen der Bahn durch die 4 CSU-Verkehrsminister seit 2009, bis zur Wahl der „Ampel“-Regierung, kritisiert. Insbesondere die Tatsache, dass Bundesverkehrsminister Ramsauer 2011 die bis dahin vorgenommene Aufteilung der Mauteinnahmen zugunsten von Straße und Schiene beendet hatte und fortan alle Mittel für die Straße verwendet wurden, stieß beim BN auf Ablehnung. Verkehrswissenschaftler Prof. Klühspies von der TH Deggendorf sieht ein grundsätzliches Problem der Verkehrsinfrastruktur im ständigen Ausbau des Straßennetzes mit gleichzeitigem Rückgang und Qualitätsabbau der Bahn und Bahnstrecken. Denn die Instandhaltung der bestehenden Straßen im ländlichen Raum wird nach seiner Aussage in Zukunft kaum mehr zu stemmen sein. So könnten in den kommenden Jahrzehnten ca. 30 % dieser Straßen in Ostbayern für eine vernünftige Verkehrsnutzung wegfallen.
Vor diesem Hintergrund fordert der BN statt dem Neubau einer Trasse durch die schützenswerte Landschaft des Regentals den Ausbau der bestehenden Straße, was einen wesentlich geringeren Flächenverbrauch mit einhergehender Natur- und Landschaftszerstörung sowie eine deutliche Reduzierung der Folgekosten bringen würde. Denn dann müsste auch nur eine Straße betreut und unterhalten werden, was in Zeiten knapper Kassen ein Gebot der Vernunft, wie auch im Sinne der Bayer. Verfassung (BV) wäre.
Der BN setzt sich für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen wie Boden, Wasser und Luft sowie für den Schutz der heimischen Tier- und Pflanzenarten und ihrer notwendigen Lebensräume ein. Was gem. Art. 141 BV auch eine vorrangige Aufgabe von Staat und Gemeinden wäre!
07.02.2026 Fischfauna im Landkreis Cham
Wie ist es um die Fischfauna im Landkreis Cham bestellt? - Um diese und andere Fragen zu klären hatte der Bund Naturschutz (BN) zu einem Vortrag mit dem Fachberater für Fischerei beim Bezirk Oberpfalz, Dr. Thomas Ring, eingeladen. Das Interesse – vor allem von Seiten der Fischer – war mit mehr als 50 Teilnehmern entsprechend groß. Dem Referenten gelang es in seinem mit vielen informativen Schaubildern unterlegten Vortrag auch nicht fachkundige Teilnehmer in das Monitoring der Fließgewässer im Landkreis einzuführen und für jeden verständlich die Bewertung der „Oberflächenwasserkörper“ darzustellen. Nach seiner Aussage sind das Landesamt für Umwelt und das Institut für Fischerei am Bewertungssystem für den ökologischen Zustand mit beteiligt; wobei auch Wert darauf gelegt wird „fischereiliche Bewirtschafter“ mit einzubeziehen. Die Bewertung findet immer für einen Wasserkörper statt. Hierbei können auch mehrere Bäche zusammengefasst werden, weil nicht alle beprobt werden können. Um den aktuellen Zustand zu ermitteln werden Fische, am Boden lebende Kleintiere (z.B. Muscheln, Schnecken, Insekten), Wasserpflanzen und Algen oder Plankton untersucht und Noten von 1 – 5 vergeben.
Zur Bewertung der Fischfauna wird der Regen 3mal in 6 Jahren befischt, kleinere Gewässer 2mal. Wobei der Referent betonte: „Jedes Gewässer hat seinen eigenen Charakter.“ Als Beispiel hierfür führte er eine Befischung von 4 vergleichbaren Bächen auf 800 m Höhe im Jahr 2017 an. Wo nur zwei davon einen Besatz aufwiesen. Beginnend mit dem kleinen Arbersee stellte Dr. Ring die unterschiedlichen Bewertungen des Regen und seiner Zuflüsse vor, die von „gut“ (2) bei ökologischem Zustand und Fischfauna am weißen Regen bis „unbefriedigend“ (4) für den Wasserkörper Perlinger- und Knöblinger Bach reichten. Als fischereifachlich „heißes Gebiet“ bezeichnete er den Regen bei Laichstätt, dort konnte der im Anhang II der FFH-Richtlinie aufgeführte Steinbeißer nachgewiesen werden. Bei Vorkommen der Flußperlmuschel, wie z.B. im Biberbach bei Treffelstein, findet eine jährliche Überprüfung der Kiemen der als Wirt dienenden Bachforelle statt. Die verschiedenen Entwicklungszyklen der Perlmuschel erläuterte Dr. Ring anhand eines Schaubildes. Nicht gerade förderlich ist hierbei, dass der ökologische Zustand des Biberbachs aktuell als „mäßig“ (3) eingestuft wird.
Als mögliche Ursachen für eine Verschlechterung des ökologischen Zustands des Regen wurde zum Einen die Nährstoffbelastung genannt, die sich laut Referent zu „fifty-fifty“ aufteilt in Landwirtschaft und Kläranlagenabflüsse. Bei Letzterem kann jeder einen Beitrag für weniger Chemieeintrag leisten, betonte dieser. So hat z.B. der Schmerzmittelwirkstoff Diclofenac negative Auswirkungen auf das Aquasystem. „Hier gibt es weniger problematische Alternativen, wie z.B. Ibuprofen“, ergänzte der BN-Kreisvorsitzende. Auch der Klimawandel leistet einen Beitrag, so der Referent: „das Wasser wird weniger“. Andererseits führen zunehmende Starkregenereignisse zu Sedimenteintrag und auch Verschlammung der Laichplätze. Früher übliche Verschattungen der Gewässer durch einen Erlensaum sind weitgehend verschwunden. Statt scharfer Kurven und Kannten sind viele Bäche begradigt, so dass sich diese auf natürliche Weise nicht mehr eingraben und Platz für adulte Fische schaffen können. Einen breiten Raum – insbesondere bei der anschließenden Diskussion – nahm der Einfluss auf die Fischfauna durch neu hinzugekommene Prädatoren wie z.B. Fischotter und Mink ein.
Zum Abschluss wies Kreisvorsitzender Robert Kurzmann auf die nächsten Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem diesjährigen Schwerpunktthema „Wasser“ der Kreisgruppe hin: Am 18.04. wird eine Bio-Aquakultur in Schönsee und am 09.08. die Aufzuchtstation für die Flussperlmuschel im Landkreis besucht.
06.02.2026
06.02.2026 So funktioniert der Ausbau der Windkraft - Mittelbayerische Zeitung 09.02.2026

22.01.2026 Wassertränken jetzt aufstellen
Wenn Pfützen, Teiche und andere natürliche Wasserstellen zufrieren, wird es für Wildvögel und andere Tiere wie Eichhörnchen schwierig, ausreichend Trinkwasser zu finden. Der BUND Naturschutz (BN) ruft deshalb dazu auf, Gärten und Balkone auch im Winter mit Wassertränken auszustatten.
Der Landkreis Cham ist weitgehend von einer festgefrorene Schneedecke bedeckt. Einzelne Stellen mit offenem Boden sind trocken und gefroren, Pfützen, Teiche, Bäche und selbst Flüsse sind zugefroren, so dass die Vögel nirgends Wasser finden. Dann sollte man nicht nur Futterquellen, sondern auch Wassertränken aufstellen. Vor allem Arten, die überwiegend trockene Sämereien fressen, wie beispielsweise Meisen- und Finken, sind besonders auf Wasser angewiesen.”
Fehlt unseren Gartentieren im Winter der Zugang zu offenem Wasser, müssen sie oft weite Strecken zurücklegen oder gezielt nach eisfreien Stellen suchen. Das kostet wertvolle Energie und kann bei Frost schnell lebensgefährlich werden. Schon eine flache Schale mit frischem Wasser reicht häufig aus. Steigen die Temperaturen auch tagsüber nicht über den Gefrierpunkt, sollte öfter Wasser nachgefüllt oder die Schale über einem Teelicht platziert werden. Aufgestellt wird sie an einem gut einsehbaren Ort, damit sich Vögel bei Gefahr schnell in Sicherheit bringen können. Nahegelegene Hecken oder dornenbesetzte Sträucher bieten dabei ideale Rückzugsorte.
Nicht nur Vögel sind im Winter auf Trinkwasser angewiesen. Auch Eichhörnchen profitieren von offenen Wasserstellen, denn wie viele Vögel gewinnen sie zwar einen Teil des Wassers aus ihrer Nahrung, doch gerade im Winter reichen diese Mengen oft nicht aus. Wassertränken am Boden oder auf niedrigen Mauern werden von ihnen ebenso genutzt wie von anderen Kleinsäugern. Das Wasser sollte täglich gewechselt werden – aus hygienischen Gründen und weil es nachts meist erneut zufriert. Saubere Trinkstellen helfen zudem, die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden.
Übrigens: Offene Wasserstellen werden im Winter nicht nur zum Trinken genutzt. Manche Vögel baden bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, um ihr Gefieder zu reinigen und Parasiten loszuwerden.
20.01.2026 Eichhörnchen-App: Insgesamt 404 Eichhörnchen im Landkreis Cham erfasst
Seit fast sechs Jahren sammelt der BUND Naturschutz Daten zu Eichhörnchen. Ziel des Citizen-Science-Projekts ist es, mehr über das Vorkommen der Tiere, ihre Lebensräume, Fellfarben und Gefährdungen zu erfahren und sie dadurch besser zu schützen. Auch im Landkreis Cham beteiligen sich die Bürger*innen fleißig an der Datenerhebung.
Sie gehören zu den beliebtesten Wildtieren in Bayern – und doch wissen wir erstaunlich wenig über ihre tatsächliche Situation: Eichhörnchen. Seit April 2020 sammelt der BUND Naturschutz im Citizen-Science-Projekt „Eichhörnchen in Bayern“ mit der entsprechenden App Beobachtungen aus der Bevölkerung. Jetzt liegt die jährliche Auswertung vor.
Bis Ende November 2025 wurden über 74.000 verwertbare Meldungen mit rund 90.800 Eichhörnchen aus ganz Bayern erfasst. „Diese große Beteiligung zeigt, wie sehr die Menschen ihre Eichhörnchen vor der Haustür wahrnehmen“, erklärt Robert Kurzmann von der BN-Kreisgruppe Cham. Auch regional ist das Engagement hoch: Im Landkreis Cham wurden bislang 404 Eichhörnchen gemeldet.
Die Auswertungen zeigt eine wichtige Besonderheit: Rund 60 Prozent aller Meldungen stammen aus Siedlungsräumen, also aus Gärten, Parks und Wohngebieten. In Wälder und offene Landschaften wurden deutlich weniger Eichhörnchen entdeckt. Hochgerechnet sind bislang nur etwa zwei Prozent der potenziellen Eichhörnchenreviere in Bayern durch Meldungen belegt. „Das bedeutet nicht, dass es dort keine Eichhörnchen gibt, sondern dass wir sie außerhalb unseres Alltagsraums seltener wahrnehmen“, so Kurzmann.
Besonders aufmerksam macht ein weiterer Trend: Seit 2022 sinkt die durchschnittliche Zahl der gemeldeten Eichhörnchen pro Beobachtung, auch 2025 setzte sich dieser Trend fort. Ob sich hier bereits eine Bestandsabnahme andeutet oder sich das Meldeverhalten verändert hat, ist derzeit noch offen – und eine zentrale Frage für die kommenden Jahre.
Ein klares Muster zeigt sich bei den Fellfarben: In Nordwestbayern dominieren rote Eichhörnchen, während in Ost- und Südbayern überwiegend dunkle bis schwarze Tiere vorkommen. Diese Unterschiede spiegeln Landschaft, Höhenlage und Waldtypen wider und bestätigen frühere Annahmen.
Besonders konkret für den Artenschutz sind die Ergebnisse zu Verkehrsopfern. Allein 2025 wurden 476 tote Eichhörnchen gemeldet, rund 60 Prozent davon im direkten Umfeld von Straßen. Gleichzeitig gibt es Hoffnung: In Regensburg und Zirndorf gingen die Totmeldungen im Umfeld von Eichhörnchenseilbrücken deutlich zurück. „Das zeigt, dass gezielte Maßnahmen vor Ort Leben retten können“, betont Kurzmann.
Die beste Zeit, Eichhörnchen zu beobachten, ist jetzt: Im Winter und im zeitigen Frühjahr sind die Tiere ohne Laub besser zu sehen, zudem beginnt die Paarungszeit. Der BUND Naturschutz ruft deshalb dazu auf, weiterhin genau hinzuschauen und Beobachtungen zu melden. Jede Meldung hilft, die Situation der Eichhörnchen in Bayern besser zu verstehen und sie zu schützen.
Weitere Informationen und Mitmachen:
www.bund-naturschutz.de/aktionen/eichhoernchen-beobachten-und-melden
www.bund-naturschutz.de/aktionen/eichhoernchen-beobachten-und-melden/ergebnisse
17.01.2026 „Wir haben es satt“ in Berlin

Ca. 8000 Menschen und Dutzende Traktoren sind am vergangenen Samstag in Berlin auf die Straße gegangen, um gemeinsam für eine Agrarwende hin zu einer umwelt-, tier- und klimafreundlichen Landwirtschaft zu demonstrieren, in der Bäuerinnen und Bauern gut von ihrer Arbeit leben können. Wie jedes Jahr haben sich wieder Biobauern, konventionelle Landwirte sowie Mitglieder der BN-Kreisgruppe Cham auf den Weg nach Berlin gemacht, um sich lautstark zu beteiligen und Haltung zu zeigen.
Die Auftaktkundgebung fand dieses Mal vor dem Brandenburger Tor statt und war auch Endziel des Demonstrationszuges durch die Innenstadt; vorbei am Bundeslandwirtschafts-Ministerium. Dort kam es auch zu einem Treffen zwischen dem BN-Ehrenvorsitzenden Prof. Dr. Hubert Weiger und dem Präsidenten des Bayer. Bauernverbandes, Günther Felßner.
Nachdem die „Wir haben es satt“-Demo 2026 im Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft stattfand kamen auf dem Podium hauptsächlich Frauen zu Wort. Neben Landwirtinnen waren u.a. Sprecherinnen von Brot für die Welt, Greenpeace und BUND vertreten. Verurteilt wurde der agrar- und ernährungspolitische Rückschritt der Bundesregierung: Die Koalition aus Union und SPD hat die Förderung einer besseren Tierhaltung gestrichen und verschleppt die Einführung einer staatlichen Tierhaltungskennzeichnung; Mit dem Verwässern des Düngerechts gefährdet sie den Schutz unseres Trinkwassers; Und sie hat in einer Welt mit mehr als 670 Millionen hungernden Menschen das Geld für die Entwicklungszusammenarbeit gekürzt; Gleichzeitig schaut die Bundesregierung nur zu, wenn in der EU die Deregulierung von Gentechnik und Pestiziden vorangetrieben wird; Sie setzt auf ein „Weiter so“ bei den Fördergeldern der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), statt diese endlich gerechter und ökologischer zu verteilen – so lauteten die Hauptkritikpunkte der Rednerinnen. Die aktuelle Landwirtschaftspolitik bewertete die Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Claudia Gerster, zwischen mangelhaft und ungenügend - im Gegensatz zu Ministerpräsident Söder, der Landwirtschafts-minister Alois Rainer in Seon eine eins plus verlieh. Klimakrise, Höfesterben und Biodiversitätsverlust lassen sich so nicht aufhalten, lautete das Credo.
Sehr zur Freude der Chamer waren Hin- und Rückfahrt mit dem ICE weitgehend pünktlich, alle Anschlüsse konnten erreicht werden. Einig waren sich alle, im nächsten Jahr wieder nach Berlin zu fahren, um für eine zukunftsfähige Landwirtschaft zu demonstrieren.
















